Vernissage von Christa Cebis in der Galerie M

Maria Rollenitz, Karl J. Mayerhofer, Mag. Silvia Schweighofer, Christa Cebis, Georg Schück
Maria Rollenitz, Karl J. Mayerhofer, Mag. Silvia Schweighofer, Christa Cebis, Georg Schück

Der kulturkreiskirchstetten lud zur Vernissage der Textilkünstlerin
Christa Cebis und diesem Aufruf sind viele von nah und fern gefolgt.

So konnte sich Karl J. Mayerhofer über ein volles Haus freuen. In ihrer
Laudatio brachte Mag. Silvia Schweighofer CC den Besuchern näher. Seit
1993 arbeitet sie am Stickrahmen. CC liebt die Kunst und so formt sie
Banales und Edles, Neues und Altes, Seide und Stoff zu neuen Werken.
Unglaublich, wie viele Stunden in diesen kleinen Kunstwerken stecken. So
staunten auch Künstlerkollegen Sonja Bärner, Susanna Hiess, Wilma
Gerstl, Friedrich J. Sochurek, Fritz Weinauer, die Autoren Clemens
Jainöcker, Manfred Hrubant und aus der Wirtschaft Johann Kowarek,
Wolfgang „Sitec“ Hiess und viele andere. Die weiblichen Gäste probierten
die tragbare textile Kunst vom Armband bis zum Kopfschmuck und ließen so

die Karwoche ausklingen.

 

 

Laudatio von Mag. Silvia Scheighofer

 

Christa Cebis wurde 1956 in Neunkirchen, Niederösterreich geboren. Sie besuchte vier Jahre die Nähfachschule in Wiener Neustadt und erwarb ihre Praxis als Kostümschneiderin in Wien – beim Theater der Jugend und beim English Theatre, und in Deutschland, Holland und der Schweiz mit dem Schweizer Tournée Theater.

Als ihr erstes Kind zwei Jahre alt war, begann ihre Liebe für Textiles und Stickereien. Nicht der Kontrast, sondern die Komposition von Motiv und Rahmen standen sehr schnell im Mittelpunkt ihrer Kunst. Dabei verwendet und recycelt Christa Cebis künstliche und natürliche Materialien, wie Holz, Metall, Stein, Glas und Kunststoff: „Was manche als einen Haufen Fetzen bezeichnen, ist für mich eine Fundgrube wertvoller Gegenstände, vom Kartoffelsack bis zu feiner Seide oder Satin.“ So recycelt sie auch alte Zinkblech-Badewannen, indem sie sie zu Gestaltungselementen in ihrem Garten veredelt.

Christa Cebis liebt die Kunst an sich, sie mag in ihren Bildern die kleinen Formen und verführt so den Betrachter, seinen Blick auf das Kleine, Unscheinbare und Einfache zu werfen. Formen finden und (in) Form sein – formt das Gesamtkunstwerk. Banales und Edles, Neues und Altes, Seide und Stoffe vom Müll – alles wird Form.
Die Aufgabe heißt: Sichtbar machen.

Seit 1983 ist Christa Cebis in zahlreichen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Wien, Niederösterreich, aber auch Paris, Hong Kong, San Francisco, Ungarn und Italien anzutreffen. Ihre Werke waren auch schon auf der Kunstmesse in Salzburg und Innsbruck zu bewundern.

In Zusammenarbeit mit Kurt Ingerl bestickte und veränderte Christa Cebis in den Jahren 1991 bis 1999 Korsetts. Einige davon brachte sie zur heutigen Ausstellung mit.

Seit 1993 ist sie Mitglied der Wiener Neustädter Künstlervereinigung und seit 1997 Mitglied des Wiener Künstlerhauses.

Seit 2004 stellt sie ihre Werke auch im Internet vor.

Bevor ich nun zu einem „Textilen Spaziergang“ einlade, möchte ich noch auf ein Gespräch zurückkommen, welches ich im März mit Frau Cebis führte. Sie erzählte mir, dass textile Kunst für sie auch sehr verbunden ist mit Traditionen, mit Kulturgut, das in erster Linie von Frauen seit jeher weitergegeben wurde. Wir sprachen über die leider schon sehr in Vergessenheit geratene Technik des Spitzenklöppelns und anderes mehr, bis zu den kunstvoll mit Perlen bestickten Saris der Frauen in Indien. Frau Cebis erzählte mir von ihrem Schulprojekt in Nepal und von ihrer Leidenschaft, Knöpfe zu sammeln. Ein Knopf als Kunstwerk, früher handwerklich hergestellt, wer kann denn das heute noch?

Es gibt sie noch, die Frauen, die das können. Eine davon ist heute hier, Christine Rauch, sie macht Knöpfe aus Ton. Ein Knopf in Form eines Ostereis oder eines Weihnachtsengels und vieles mehr ist bei ihr möglich. Sie stellt auch Knöpfe aus Filz her und schafft damit sehr individuelle Verschlusskreationen.

Ich persönlich möchte Ihnen, Frau Cebis, als Erinnerung an die heutige Vernissage einen von mir selbst in der traditionellen Technik der Weißnäherinnen genähten Knopf überreichen und allen ein frohes Osterfest wünschen!